Buchhaltung lernen

Steuer

Vorsteuer und Umsatzsteuer einfach erklärt

Der Unterschied ist leichter, als er zuerst wirkt: Beim Einkauf sprichst du meist von Vorsteuer, beim Verkauf von Umsatzsteuer. Schwieriger wird es erst, wenn du Brutto, Netto und Steueranteil sauber trennen musst.

Übungsteil

Umsatzsteuer-Buchungen üben

Lesen reicht bei Steuerbuchungen selten. Zieh die Konten aus dem Kontenplan rechts in die Soll- oder Habenseite des T-Kontos und trag die Beträge ein. Drei Fälle, beliebig oft wiederholbar — ohne Anmeldung, ohne E-Mail.

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Vorsteuer oder Umsatzsteuer?

Bei einer Eingangsrechnung kaufst du etwas ein. Der Steueranteil auf dieser Rechnung heißt für dich Vorsteuer. Bei einer Ausgangsrechnung verkaufst du etwas. Der Steueranteil, den du deinem Kunden verrechnest, heißt Umsatzsteuer.

SituationDu bist...Steuer heißt bei dirKontoTypische Wirkung
EingangsrechnungKäuferVorsteuer2500, im SollDu hast eine Forderung gegenüber dem Finanzamt.
AusgangsrechnungVerkäuferUmsatzsteuer3500, im HabenDu schuldest diesen Steueranteil dem Finanzamt.
Einfach merken:

Einkauf = Vorsteuer. Verkauf = Umsatzsteuer.

Brutto, Netto und Steuer trennen

Viele Aufgaben geben einen Bruttobetrag inklusive 20 Prozent an. Dann musst du zuerst zurückrechnen:

Netto = Brutto / 1,20 Steuer = Brutto - Netto

Beispiel: Eine Eingangsrechnung beträgt 1.200 Euro brutto.

Netto = 1.200 / 1,20 = 1.000 Euro. Vorsteuer = 200 Euro.

In Österreich gibt es neben den 20 Prozent auch ermäßigte Sätze von 13 und 10 Prozent. Dann heißt der Teiler 1,13 beziehungsweise 1,10. Der Satz entscheidet außerdem, auf welches Erlöskonto ein Verkauf gehört: 4000 für 20 Prozent, 4020 für 13 Prozent, 4010 für 10 Prozent.

Schritt 1Brutto oder Netto erkennen

Steht „inklusive Umsatzsteuer“ dabei, musst du meist aus dem Brutto zurückrechnen.

Schritt 2Richtung prüfen

Einkauf und Verkauf entscheiden, ob Vorsteuer oder Umsatzsteuer angesprochen ist.

Schritt 3Konten trennen

Netto und Steuer werden getrennt betrachtet, weil sie unterschiedliche Konten betreffen.

Warum ist das in Buchungssätzen wichtig?

Netto und Steuer landen nicht auf demselben Konto. Beim Wareneinkauf kann der Nettobetrag zum Waren- oder Aufwandskonto gehören, während die Vorsteuer separat gebucht wird. Beim Verkauf landet der Nettoanteil bei den Erlösen, die Umsatzsteuer wird als eigener Steueranteil erfasst.

Genau deshalb trainieren gute Übungen zuerst das Erkennen: Einkauf oder Verkauf? Brutto oder Netto? Welche Steuerart? Erst danach wird der vollständige Buchungssatz gebildet.

Häufige Fragen

Zahlt jedes Unternehmen Umsatzsteuer?

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen müssen auf Ausgangsrechnungen Umsatzsteuer ausweisen und diese ans Finanzamt abführen. Kleinunternehmer können unter bestimmten Voraussetzungen von der Umsatzsteuerpflicht ausgenommen sein.

Kann ich Vorsteuer immer abziehen?

Vorsteuerabzug ist grundsätzlich möglich, wenn eine ordnungsgemäße Eingangsrechnung vorliegt und die eingekaufte Leistung für das Unternehmen verwendet wird. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für Pkw-Kosten.

Was passiert mit Vorsteuer und Umsatzsteuer am Monatsende?

Gesammelte Umsatzsteuer und abziehbare Vorsteuer werden miteinander verrechnet. Die Differenz ergibt die Zahllast oder den Vorsteuerüberhang.

Auf welches Konto kommt die Vorsteuer?

Im österreichischen Einheitskontenrahmen wird die Vorsteuer auf 2500 geführt. Das ist ein Aktivkonto und steigt im Soll, weil es eine Forderung gegenüber dem Finanzamt ist. Die Umsatzsteuer aus Verkäufen steht auf 3500 und steigt im Haben.