GuV & Bilanz
GuV einfach erklärt
Die Gewinn- und Verlustrechnung – kurz GuV – zeigt, ob ein Unternehmen in einem Zeitraum mehr eingenommen als ausgegeben hat. Sie sammelt alle Erträge und alle Aufwände und errechnet daraus Gewinn oder Verlust.
Du bist eingeloggt. GuV-Übungen findest du direkt im Lernbereich.
Was ist Aufwand?
Aufwand entsteht, wenn das Unternehmen Ressourcen verbraucht, um seinen Betrieb aufrechtzuerhalten oder Umsatz zu erzielen. Typische Aufwandskonten sind Miete, Löhne, Wareneinsatz, Büromaterial oder Zinsen. Aufwand vermindert den Gewinn.
Was ist Ertrag?
Ertrag entsteht, wenn das Unternehmen durch seine Tätigkeit Einnahmen erzielt. Der häufigste Fall ist der Umsatzerlös aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Ertrag erhöht den Gewinn.
Ertrag minus Aufwand = Gewinn (oder Verlust, wenn Aufwand größer ist).
Wie ist die GuV aufgebaut?
| Aufwand (linke Seite) | Ertrag (rechte Seite) |
|---|---|
| Wareneinsatz (5000) | Umsatzerlöse (4000) |
| Löhne & Gehälter (6000) | Zinserträge (8100) |
| Miete, Büroaufwand (7xxx) | |
| Zinsaufwand (8290) | |
| + Gewinn (wenn Ertrag > Aufwand) | + Verlust (wenn Aufwand > Ertrag) |
Das Ergebnis – Gewinn oder Verlust – wird am Ende der Periode auf das Eigenkapitalkonto übertragen. Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital, ein Verlust vermindert es.
GuV und Bilanz: der Zusammenhang
GuV und Bilanz ergänzen sich. Die Bilanz zeigt den Stand von Vermögen und Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die GuV zeigt die Bewegung – was in einer Periode eingenommen und verbraucht wurde. Das Ergebnis der GuV fließt in die Bilanz ein: als Veränderung des Eigenkapitals.
Einfach gedacht: Die Bilanz ist ein Foto. Die GuV ist der Film davor – er erklärt, warum das Foto am Ende anders aussieht als am Anfang.
Was gehört nicht in die GuV?
Nicht jede Buchung berührt die GuV. Buchungen, die nur Vermögen umschichten oder Kapital neu aufteilen, ohne Aufwand oder Ertrag zu erzeugen, nennt man Bilanzfälle. Sie verändern die Bilanz, aber nicht den Gewinn.
Maschine kommt ins Anlagevermögen, Bank nimmt ab. Kein Aufwand, kein Ertrag – nur ein Tausch auf der Aktivseite.
Bank steigt, Darlehensverbindlichkeit steigt. Nur eine Passivmehrung gegen eine Aktivmehrung – keine GuV-Wirkung.
Eigenkapital sinkt, Bank sinkt. Der Gewinn wird nicht verändert – Privat ist kein Aufwandskonto.
GuV-Fall oder Bilanzfall? Die Frage
Bei jeder Buchung lohnt sich diese Kontrollfrage: Entsteht hier Aufwand oder Ertrag? Wenn ja, berührt die Buchung die GuV. Wenn nein, handelt es sich um einen Bilanzfall.
| Fall | GuV-Wirkung? | Warum? |
|---|---|---|
| Miete bezahlt | Ja – Aufwand | Mietaufwand (7xxx) entsteht |
| Ware verkauft | Ja – Ertrag | Umsatzerlös (4000) entsteht |
| Maschine gekauft | Nein | Nur Aktivtausch, kein Verbrauch |
| Darlehen aufgenommen | Nein | Aktiv- und Passivmehrung |
| Privatentnahme | Nein | Eigenkapital sinkt, kein Aufwand |
| Zinsen bezahlt | Ja – Aufwand | Zinsaufwand (8xxx) entsteht |
Häufige Fragen
Ist Privatentnahme ein Aufwand?
Nein. Privatentnahmen berühren das Eigenkapitalkonto direkt – sie sind kein betrieblicher Aufwand. Deshalb wirken sie nicht auf den Gewinn und tauchen nicht in der GuV auf.
Kann eine Buchung sowohl Bilanz als auch GuV berühren?
Ja – und das ist der Normalfall. Wenn Miete von der Bank überwiesen wird, sinkt der Bankbestand (Bilanz) und gleichzeitig entsteht Mietaufwand (GuV). Beide Seiten werden berührt.
Was sollte ich vorher können?
Du solltest Aktiv- und Passivkonten kennen und den Unterschied zwischen Bestands- und Erfolgskonten verstehen. Die Bilanz-Erklärung und Soll und Haben sind gute Einstiege.
GuV nicht nur lesen, sondern üben
Starte kostenlos und lerne, was in die GuV gehört – und was nicht.