Buchhaltung lernen

Skonto verstehen und buchen

Skonto einfach erklärt

Skonto ist ein Zahlungsnachlass: Wer eine bereits ausgestellte Rechnung innerhalb der Skontofrist bezahlt, darf einen vereinbarten Prozentsatz abziehen. Dadurch ändern sich Zahlung, offener Posten und Steuerbetrag.

Redaktion Buchhaltung lernenRedaktion & Quellen
Skonto in einem Satz

Skonto reduziert eine bereits gebuchte Rechnung, wenn sie innerhalb der vereinbarten Frist bezahlt wird.

Was ist Skonto?

Auf der Rechnung steht beispielsweise „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto“. Bezahlt der Kunde rechtzeitig, darf er den Skontobetrag abziehen. Erfolgt die Zahlung später, bleibt der volle Rechnungsbetrag fällig.

In der Buchhaltung ist wichtig, dass die Rechnung zu diesem Zeitpunkt bereits als Forderung oder Verbindlichkeit erfasst wurde. Skonto ist deshalb eine nachträgliche Korrektur und keine neue Ausgabe oder neuer Umsatz.

Skonto berechnen: brutto oder netto?

Der Zahlbetrag lässt sich direkt aus dem Bruttorechnungsbetrag berechnen. Für die Buchung wird der Abzug anschließend in Nettoanteil und Steuerkorrektur zerlegt.

Ausgangslage: 1.200 Euro brutto, darin 20 Prozent Umsatzsteuer, 2 Prozent Skonto.

  • Gesamter Skontoabzug: 1.200 × 2 % = 24 Euro
  • Nettoanteil des Skontos: 1.000 × 2 % = 20 Euro
  • Steuerkorrektur: 200 × 2 % = 4 Euro
  • Zahlbetrag: 1.200 − 24 = 1.176 Euro
Brutto-Skonto = Netto-Skonto + Steuerkorrektur

Warum wird die Steuer korrigiert?

Die ursprüngliche Steuer wurde aus dem vollen Entgelt berechnet. Wird das Entgelt durch Skonto niedriger, sinkt auch der dazugehörige Steuerbetrag. Beim Käufer reduziert sich die zuvor erfasste Vorsteuer; beim Verkäufer reduziert sich die Umsatzsteuer.

PerspektiveWas sinkt?Was wird bezahlt?
KäuferVerbindlichkeit, Aufwand/Bezug und VorsteuerDer reduzierte Betrag an den Lieferanten
VerkäuferForderung, Erlös und UmsatzsteuerDer reduzierte Eingang vom Kunden

Skonto beim Käufer buchen

Der Käufer löst die volle Verbindlichkeit auf, obwohl weniger Geld von der Bank abgeht. Die Differenz besteht aus dem Netto-Skonto und der Vorsteuerkorrektur.

Vereinfachte Struktur:

Verbindlichkeiten 1.200 an Bank 1.176 / Lieferantenskonto 20 / Vorsteuer 4

Die genaue Bezeichnung des Skontokontos richtet sich nach dem verwendeten Kontenplan.

Skonto beim Verkäufer buchen

Beim Verkäufer wird die volle Forderung ausgebucht. Der tatsächliche Bankeingang ist kleiner; Erlös und Umsatzsteuer werden um den Skontoanteil korrigiert.

Vereinfachte Struktur:

Bank 1.176 / Kundenskonto 20 / Umsatzsteuer 4 an Forderungen 1.200

Auch hier können Kontonummern und Kontobezeichnungen je Kontenplan abweichen.

Skonto und Rabatt: der Unterschied

MerkmalRabattSkonto
ZeitpunktVor oder bei RechnungsstellungErst bei schneller Zahlung
RechnungsbetragBereits reduziertZunächst vollständig gebucht
BuchungslogikReduzierter AusgangsbetragNachträgliche Korrektur
BedingungPreisvereinbarungZahlung innerhalb der Skontofrist

Häufige Fehler beim Skonto

  • Nur den Nettobetrag abziehen und die Steuerkorrektur vergessen.
  • Skonto schon bei der ursprünglichen Rechnung buchen, obwohl die Zahlung noch offen ist.
  • Skonto und Rabatt gleich behandeln.
  • Den vollen Rechnungsbetrag und den reduzierten Zahlbetrag verwechseln.
  • Die Skontofrist nicht prüfen.

Häufige Fragen

Wer darf Skonto abziehen?

Die Partei, der das Skonto angeboten wurde, darf es bei Einhaltung der vereinbarten Zahlungsbedingung abziehen.

Ist Skonto ein Aufwand?

Nicht als zusätzlicher neuer Geschäftsfall. Es korrigiert die ursprüngliche Rechnung. Welche Skontokonten verwendet werden, hängt von Perspektive und Kontenplan ab.

Was passiert bei verspäteter Zahlung?

Wird die Skontofrist versäumt, bleibt grundsätzlich der volle offene Rechnungsbetrag bestehen.

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