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Umsatzsteuerzahllast berechnen

Die Umsatzsteuerzahllast ist die positive Differenz aus Umsatzsteuer und abziehbarer Vorsteuer. Mit der Formel und dem Beispiel auf dieser Seite berechnest du sie Schritt für Schritt.

Redaktion Buchhaltung lernenRedaktion & Quellen
Umsatzsteuerzahllast in einem Satz

Übersteigt die Umsatzsteuer aus Verkäufen die abziehbare Vorsteuer aus Einkäufen, muss die positive Differenz als Zahllast an das Finanzamt abgeführt werden.

Wie berechnet man die Umsatzsteuerzahllast?

Zahllast bedeutet: Die vereinnahmte Umsatzsteuer aus Verkäufen ist höher als die Vorsteuer aus Einkäufen. Die Differenz muss an das Finanzamt abgeführt werden.

Zahllast = Umsatzsteuer - Vorsteuer

Beispiel: Umsatzsteuer aus Verkäufen: 900 Euro. Vorsteuer aus Einkäufen: 320 Euro.

Zahllast = 900 - 320 = 580 Euro. Dieser Betrag ist an das Finanzamt zu zahlen.

Umsatzsteuerzahllast Schritt für Schritt ermitteln

  1. Umsatzsteuer addieren: Erfasse die Umsatzsteuerbeträge aus den Ausgangsrechnungen des Zeitraums.
  2. Vorsteuer addieren: Erfasse die abziehbaren Vorsteuerbeträge aus den Eingangsrechnungen.
  3. Vorsteuer abziehen: Ziehe die Vorsteuer von der Umsatzsteuer ab.
  4. Ergebnis einordnen: Ein positiver Betrag ist die Zahllast; bei einem negativen Ergebnis liegt rechnerisch ein Vorsteuerüberhang vor.

Was passiert bei einem Vorsteuerüberhang?

Ist die Vorsteuer höher als die Umsatzsteuer, entsteht keine Zahllast. Dann hat das Unternehmen mehr Steuer bei Einkäufen bezahlt, als es bei Verkäufen eingenommen hat. Dieser Unterschied heißt Vorsteuerüberhang.

VergleichErgebnisBedeutung
Umsatzsteuer > VorsteuerZahllastDas Unternehmen zahlt an das Finanzamt.
Vorsteuer > UmsatzsteuerVorsteuerüberhangDas Unternehmen hat rechnerisch ein Guthaben.

Warum wird nicht jede Rechnung einzeln bezahlt?

In der Buchhaltung werden Umsatzsteuer und Vorsteuer zunächst getrennt gesammelt. Erst für einen Zeitraum, zum Beispiel einen Monat oder ein Quartal, wird die Differenz betrachtet. Dadurch muss nicht jede einzelne Rechnung separat mit dem Finanzamt verrechnet werden.

Schritt 1Umsatzsteuer sammeln

Alle Steueranteile aus Ausgangsrechnungen werden zusammengefasst.

Schritt 2Vorsteuer sammeln

Alle abziehbaren Steueranteile aus Eingangsrechnungen werden zusammengefasst.

Schritt 3Differenz bilden

Die Differenz zeigt Zahllast oder Vorsteuerüberhang.

Wie hängt das mit Buchungssätzen zusammen?

Bei Verkäufen entsteht Umsatzsteuer als Schuld gegenüber dem Finanzamt. Bei Einkäufen entsteht Vorsteuer als Gegenposition. Die Zahlung ans Finanzamt kommt erst später, wenn die Steuerbeträge verrechnet wurden.

Merksatz:

Umsatzsteuer wird gesammelt, Vorsteuer wird abgezogen. Nur die Differenz ist die Zahllast.

Praxisbeispiel: Zahllast berechnen

Monat Oktober:

Ausgangsrechnungen (Verkäufe): Netto 5.000 Euro, Umsatzsteuer 20 % = 1.000 Euro

Eingangsrechnungen (Einkäufe): Netto 2.000 Euro, Vorsteuer 20 % = 400 Euro

Zahllast = 1.000 − 400 = 600 Euro

Diese 600 Euro sind bis zum Fälligkeitsdatum ans Finanzamt zu überweisen.

Lernregel: Zuerst alle Umsatzsteuerbeträge sammeln, dann alle Vorsteuerbeträge sammeln, dann die Differenz bilden. Nie einzelne Rechnungen direkt miteinander verrechnen.

Häufige Fragen zur Umsatzsteuerzahllast

Wann entsteht eine Zahllast?

Eine Zahllast entsteht, wenn die Umsatzsteuer aus Verkäufen höher als die abziehbare Vorsteuer aus Einkäufen ist. Entscheidend ist die Verrechnung für den jeweiligen Zeitraum.

Ist die Zahllast dasselbe wie die Umsatzsteuer?

Nein. Die Umsatzsteuer stammt aus Verkäufen. Die Zahllast ist erst der Betrag, der nach Abzug der abziehbaren Vorsteuer übrig bleibt.

Welches Konto wird für die Zahllast verwendet?

Im Learnapp-Kontenplan heißt Konto 3520 Finanzamt-Zahllast. In betrieblichen Kontenplänen können Kontonummer und Bezeichnung abweichen.

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