Offene Posten
Kundenkonten und Lieferantenkonten einfach erklärt
Kunden- und Lieferantenkonten zeigen, mit wem noch Geld offen ist. Ein Kundenkonto sammelt Forderungen gegen einen Kunden. Ein Lieferantenkonto sammelt Verbindlichkeiten gegenüber einem Lieferanten.
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Wozu gibt es Kundenkonten?
In der einfachen Buchungslogik reicht oft der Gedanke: Verkauf auf Rechnung bedeutet, dass eine Forderung entsteht. In der Praxis möchte man aber nicht nur wissen, dass es Forderungen gibt. Man möchte wissen, welcher Kunde noch wie viel schuldet. Genau dafür gibt es Kundenkonten.
Ein Kundenkonto ist wie eine geordnete Übersicht pro Kunde. Dort stehen gestellte Rechnungen, eingegangene Zahlungen, Teilzahlungen und offene Restbeträge. Bei einem Stammkunden mit vielen Einkäufen wäre eine einzige Sammelzahl kaum hilfreich.
Wozu gibt es Lieferantenkonten?
Lieferantenkonten funktionieren ähnlich, nur aus der anderen Richtung. Sie zeigen, welche Rechnungen von einem Lieferanten eingegangen sind und was davon bereits bezahlt wurde. Das ist besonders wichtig, wenn ein Unternehmen regelmäßig beim selben Lieferanten einkauft, etwa Büromaterial, Handelswaren, Rohstoffe oder Dienstleistungen.
Kundenkonto: Wer schuldet uns noch Geld? Lieferantenkonto: Wem schulden wir noch Geld?
Warum ist das im Alltag hilfreich?
- Du erkennst schnell, welche Rechnungen noch offen sind.
- Teilzahlungen werden nachvollziehbar.
- Häufige Kunden- oder Lieferantenbeziehungen bleiben übersichtlich.
- Mahnungen und Zahlungserinnerungen können gezielt erstellt werden.
- Am Monatsende sieht man, welche Forderungen und Verbindlichkeiten noch bestehen.
Wie funktioniert ein Kundenkonto als T-Konto?
Fachlich gehört ein Kundenkonto zu den Forderungen. Forderungen sind Aktivkonten. Eine neue Forderung entsteht im Soll. Wenn der Kunde bezahlt, wird diese Forderung wieder weniger. Die Zahlung steht deshalb auf der Haben-Seite des Kundenkontos.
Kundenkonto Mayer
Forderung entsteht
Forderung sinkt
Auswertung: 300 Euro Rechnung minus 200 Euro Zahlung ergibt 100 Euro offen.
300 Euro - 200 Euro = 100 Euro ForderungDer Kunde schuldet noch 100 Euro.
Wie funktioniert ein Lieferantenkonto als T-Konto?
Ein Lieferantenkonto gehört zu den Verbindlichkeiten. Verbindlichkeiten sind Passivkonten. Eine neue Lieferantenrechnung erhöht die Verbindlichkeit im Haben. Wenn du bezahlst, wird die Verbindlichkeit weniger und die Zahlung steht im Soll.
Lieferantenkonto Papier & Co
Schuld sinkt
Schuld entsteht
Auswertung: 120 Euro Rechnung minus 120 Euro Zahlung ergibt 0 Euro offen.
120 Euro - 120 Euro = 0 Euro offenDie Lieferantenrechnung ist vollständig bezahlt.
Kundenkonto und Lieferantenkonto im Buchungssatz
| Geschäftsfall | Was passiert? | Vereinfachter Buchungssatz |
|---|---|---|
| Verkauf auf Rechnung | Kunde schuldet Geld | Forderungen an Umsatzerlöse |
| Kunde bezahlt | Forderung sinkt, Bank steigt | Bank an Forderungen |
| Einkauf auf Rechnung | Wir schulden dem Lieferanten Geld | Aufwand an Verbindlichkeiten |
| Lieferant wird bezahlt | Verbindlichkeit sinkt, Bank sinkt | Verbindlichkeiten an Bank |
Typische Anfängerfrage: Ist das ein neues Konto?
Ja und nein. Im Kontenplan gibt es Sammelkonten wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. In der Praxis kann darunter zusätzlich nach einzelnen Kunden und Lieferanten unterschieden werden. So sieht man nicht nur die Summe aller Forderungen, sondern auch die offenen Beträge pro Geschäftspartner.
Häufige Fehler
- Rechnung und Zahlung als denselben Vorgang behandeln.
- Bei einer Teilzahlung vergessen, dass ein Rest offen bleibt.
- Kundenkonto und Lieferantenkonto verwechseln.
- Nur die Bankbewegung anschauen und die offene Forderung oder Verbindlichkeit übersehen.
Was solltest du vorher können?
Du solltest die Grundidee von Soll und Haben kennen und einfache Buchungssätze verstehen. Wenn das noch wackelt, lies zuerst Soll und Haben einfach erklärt oder übe die einfachen Buchungssätze.
Kunden- und Lieferantenkonten praktisch üben
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